Worum geht es in diesem Artikel?
In diesem Artikel geht es um ein konkretes Beispiel. Eine bekannte, deutschlandweit agierende Unternehmensberatung hat ein Video veröffentlicht, in dem sie ihren Ansatz für Kunden-Landingpages erklärt. Aus unserer Sicht verfolgt sie dabei einen problematischen Ansatz beim Website-Tracking – und ich möchte dir zeigen, warum.
Wichtig vorweg: Ich nenne den Namen der Unternehmensberatung nicht. Es geht mir nicht darum, jemanden schlechtzumachen oder an den Pranger zu stellen. Mir geht es um das Prinzip. Ich möchte anhand dieses Beispiels zeigen, worauf es beim Tracking wirklich ankommt – und dass selbst sehr bekannte Unternehmen nicht immer alles richtig machen.
Was du in diesem Artikel lernst
Was die Unternehmensberatung konkret gesagt hat (sinngemäß)
Warum ihr Ansatz aus unserer Sicht unvorteilhaft ist
Eine einfache, fast kostenlose Alternative, die sauberes Tracking ermöglicht
Eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung für deinen eigenen Funnel
Die wichtigste Erkenntnis vorweg
Problem aus unserer Sicht | Unsere Lösung | Dein Nutzen |
|---|---|---|
Die Unternehmensberatung schaltet organischen und bezahlten Traffic auf dieselbe Landingpage – das erschwert das Website-Tracking | Separate Domains für organischen und bezahlten Traffic | Du kannst Conversion-Raten und ROAS sauber messen |
Das Beispiel: Was die sehr bekannte Unternehmensberatung gesagt hat
„Vor kurzer Zeit bin ich auf ein Video einer bekannten Unternehmensberatung gestoßen. Dort wurde sinngemäß empfohlen, für Klienten eine zentrale Startseite mit Video Sales Letter zu erstellen und darauf sowohl bezahlten Traffic (z. B. YouTube, LinkedIn Ads) als auch organischen Traffic zu leiten – mit der Begründung, dass ‚egal wo der Traffic herkommt‘, alles über diese eine Seite laufen soll.“
Also eine Seite für alles.
Das klingt erstmal pragmatisch und einfach. Aber aus unserer Sicht ist das ein problematischer Ansatz – und zwar aus Gründen, die ich dir gleich erkläre.
Noch einmal: Das ist unsere Meinung. Die Unternehmensberatung sieht das vielleicht anders. Aber ich möchte dir unsere Perspektive zeigen, damit du für dich entscheiden kannst, welcher Ansatz sinnvoller ist.
Warum das aus unserer Sicht ein problematischer Ansatz ist
Stell dir vor, du hast eine Landingpage, auf der Besucher ein Erstgespräch mit dir buchen können. Genau das ist ja oft das Ziel solcher Funnel.
Auf diese Seite kommen monatlich z.B. 10.000 Besucher:
5.000 Besucher kommen organisch – zum Beispiel über die Google-Suche
5.000 Besucher kommen über deine bezahlten Anzeigen (Ads)
Nehmen wir an, im Durchschnitt buchen 2 Prozent der Besucher ein Erstgespräch. Das wären 200 Leads. Klingt erstmal gut.
Jetzt wird es interessant.
Aus unserer Erfahrung und basierend auf dem, was internationale Experten berichten, ist es sehr wahrscheinlich, dass organische Besucher eine andere Conversion-Rate haben als Besucher von bezahlten Anzeigen.
Hier ein Beispiel: Der amerikanische YouTuber und Conversion-Experte Daniel Iles (der mit einer Landingpage über 116.000 US-Dollar pro Tag umsetzt) berichtet, dass die Conversion-Rate von organischem Traffic in seinen Projekten oft dreimal so hoch ist wie die von bezahltem Traffic.
Quelle: Daniel Iles auf YouTube („This landing page makes me $116,000 per day“)
Wenden wir diese Zahl auf unser Beispiel an. Nehmen wir an, die durchschnittliche Conversion-Rate von 2 Prozent setzt sich tatsächlich so zusammen:
Traffic-Quelle | Besucher | Conversion-Rate | Leads |
|---|---|---|---|
Bezahlte Anzeigen (Ads) | 5.000 | 1 % | 50 |
Organischer Traffic | 5.000 | 3 % | 150 |
Gesamt | 10.000 | 2 % (Durchschnitt) | 200 |
Das Problem: Du siehst nur den Durchschnitt
Wenn du alle Kanäle auf einer einzigen Seite vermischst – genau das, was die Unternehmensberatung empfiehlt – passiert Folgendes:
Du siehst, dass du 200 Leads bekommst – das ist gut.
Du siehst eine durchschnittliche Conversion-Rate von 2 Prozent – das ist auch okay.
Was du nicht siehst:
Dass dein organischer Traffic eine dreimal so hohe Conversion-Rate hat (3 Prozent statt 1 Prozent).
Dass deine bezahlten Anzeigen mit nur 1 Prozent Conversion deutlich unterperformen.
Du denkst, deine Ads haben eine bessere Conversion-Rate, als sie tatsächlich haben
Kommen wir zurück zu unserem Beispiel.
Die Unternehmensberatung empfiehlt, organischen und bezahlten Traffic auf dieselbe Landingpage zu schalten. Du hast also 10.000 Besucher pro Monat – 5.000 organisch, 5.000 über deine Anzeigen. Im Durchschnitt buchen 2 Prozent ein Erstgespräch, also 200 Leads.
Jetzt schaust du in dein Tracking. Du siehst: 5.000 Besucher kamen über deine Facebook-Anzeigen. Und du siehst: Insgesamt gab es 200 Leads.
Was machst du jetzt? Du rechnest:
"Insgesamt gab es 200 Leads. Die Hälfte der Besucher kam von Facebook, also wird auch etwa die Hälfte der Leads von Facebook kommen – etwa 100 Leads."
"Dann habe ich eine Conversion-Rate von 100/5.000 = 2 Prozent."
Du denkst also, deine Facebook-Anzeigen haben eine Conversion-Rate von 2 Prozent.
In Wirklichkeit haben sie nur 1 Prozent. Du hast dich um das Doppelte verschätzt.
Kennzahl | Was du denkst (falsch) | Was wirklich ist |
|---|---|---|
Besucher über Facebook-Anzeigen | 5.000 | 5.000 |
Leads über Facebook-Anzeigen (geschätzt vs. tatsächlich) | 100 (fälschlich angenommen) | 50 (tatsächlich) |
Conversion-Rate Facebook-Anzeigen | 2 % (falsch) | 1 % (richtig) |
Warum ist das so gefährlich?
Weil du jetzt denkst, deine Anzeigen performen hervorragend. Du gibst vielleicht sogar mehr Geld für Anzeigen aus – weil du glaubst, dass sich das lohnt. Dabei verbrennst du vielleicht nur Geld.
Und das Schlimme ist: Du merkst es nicht. Denn du hast ja keine Möglichkeit, die echte Conversion-Rate deiner Anzeigen zu ermitteln. Du siehst nur den Durchschnitt.
Natürlich weißt du nicht, ob dein organischer Traffic tatsächlich besser konvertiert. Vielleicht ist es bei dir andersherum. Vielleicht konvertieren deine Anzeigen sogar besser als dein organischer Traffic.
Aber genau das ist der Punkt: Du weißt es nicht. Weil du es nicht getrennt misst.
Und weil es durchaus möglich ist, dass organischer Traffic besser konvertiert (bei dem erwähnten YouTuber Daniel Iles war es zum Beispiel dreimal so hoch), solltest du es unbedingt herausfinden. Denn wenn du es nicht tust, lebst du vielleicht in einer falschen Wahrheit über deine Anzeigen-Performance.
Warum du es herausfinden solltest
Es geht nicht darum, dass organischer Traffic immer besser konvertiert. Das ist nicht automatisch so.
Es geht darum, dass du es nicht weißt – solange du nicht getrennt misst.
Und weil es durchaus möglich ist, dass dein organischer Traffic anders konvertiert als deine bezahlten Anzeigen, solltest du diese Information haben. Vielleicht ist der Unterschied gering. Vielleicht ist er riesig. Aber du willst doch wissen, wie deine Anzeigen wirklich performen – oder?
Die Lösung: Getrennte Domains
Die Lösung ist einfach. Du brauchst eine separate Domain für deine bezahlten Anzeigen. Dann weißt du ganz genau, wie viele Besucher von deinen Anzeigen kommen und wie viele dieser Besucher konvertieren. Kein Vermischen mehr. Keine falschen Durchschnittswerte mehr.
Diese Methode empfiehlt übrigens auch Daniel Iles.
Für diese Methode musst du einfach nur deine existierende Seite klonen und dann mit einer anderen Domain verbinden, sodass die geklonte Seite zur eigenständigen Seite wird.
Für jeden Kanal, den du verwendest, benötigst du eine solche eigenständige Seite.
Das bedeutet also, dass du vielleicht sogar mehr als eine weitere Domain kaufen musst.
Jedoch kosten die meisten Domains nur ca. 10€/Jahr.
Das Klonen der Seite kostet zudem nichts und dauert wenige Minuten.
Diese Methode kostet also kaum etwas und kostet kaum Zeit.
Der Downside im Vergleich zum möglichen Upside steht also in keinem Verhältnis.
Wir halten fest…
Bei dieser Methode machen wir als mehr oder weniger das Gegenteil von dem, was die bekannte Unternehmensberatung empfiehlt.
Jedoch ist es, meiner Meinung nach, das wesentlich bessere Vorgehen.
Hier die Kurzfassung der Umsetzung:
Kaufe eine neue Domain (z.B.
mein-unternehmen-ads.com)Klone deine Landingpage
Verbinde die neue Domain mit der geklonten Seite
Nutze die neue Domain ausschließlich für einen Kanal (z.B. Instagram organisch)
Kosten: ca. 10 Euro pro Jahr. Zeitaufwand: ca. 10 Minuten.
Fazit
Die Unternehmensberatung in unserem Beispiel verfolgt aus unserer Sicht einen problematischen Ansatz. Sie vermischt organischen und bezahlten Traffic auf einer Seite.
Das Problem: Du denkst dann, deine Anzeigen hätten eine bessere Conversion-Rate, als sie tatsächlich haben. Du rechnest mit einem Durchschnittswert – aber deine bezahlten Anzeigen haben ihre eigene, echte Conversion-Rate. Und die kennst du nicht.
Ob der Unterschied groß oder klein ist, weißt du vorher nicht. Aber weil es durchaus möglich ist, dass er groß ist (wie bei Daniel Iles), solltest du es herausfinden.
Mit einer separaten Domain für deine bezahlten Anzeigen weißt du es genau. Kein Raten mehr. Keine falschen Rechnungen mehr.
Unsere Empfehlung: Setze getrennte Domains ein. Es kostet fast nichts – und du weiß endlich, wie deine Anzeigen wirklich performen.
Disclaimer / Eine kleine Ergänzung:
Technisch gesehen gibt es eine Ausnahme. Je nachdem, welche Kontaktaufnahme-Möglichkeit du auf deiner Seite verwendest, ist es grundsätzlich schon möglich zu tracken, ob derjenige, der ein Formular ausfüllt oder ein Erstgespräch über Cal.com bucht, von einer Anzeige kommt oder nicht. Mit den richtigen Tools und einer sauberen Konfiguration kannst du die Conversion also durchaus der richtigen Quelle zuordnen – auch ohne separate Domain.
Meiner Erfahrung nach macht das aber kaum jemand. Es ist kompliziert, fehleranfällig und viele Anbieter verzichten darauf, weil der Aufwand zu hoch ist. Das Klonen der Website und das Verbinden mit einer separaten Domain ist dagegen einfach, schnell und funktioniert zuverlässig – ohne dass du dich durch komplexes Tracking-Equipment kämpfen musst.
Also ja, es gibt einen anderen Weg. Aber der einfache Weg ist die separate Domain.
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