Was ich als Gründer machen würde, um schneller erfolgreich zu werden: Mein persönlicher Fahrplan
Wenn ich heute noch einmal von null starten würde, welche Entscheidungen würde ich treffen? In diesem Artikel teile ich meine persönliche Sichtweise dazu - von der Wahl der richtigen Leistung über meine Preisphilosophie bis zu konkreten Techniken gegen Prokrastination.
Ich bin Elias, M.Sc. in Marketing Management, und betreue mit meinem Team bei Blaq Nexus Websites mit über 744.000 Besuchern pro Jahr - unter anderem die Seite von Dr. Stemper und die von Lasse L., der auf Social Media bis zu 11 Millionen Aufrufe im Monat erreicht.
Kurzübersicht: Meine wichtigsten Entscheidungen als Gründer
Entscheidung | Warum |
|---|---|
Dienstleistung statt physisches Produkt | Meist geringere Kosten und geringeres Risiko |
Niedriger, fester Preis | Maximaler Mehrwert für Kunden, Skalierung über Wiederkäufe und Anzahl von Kunden |
Nur eine Methode, wenige Zielgruppe | Reproduzierbare Prozesse, bessere Conversion |
Zeit tracken, Prokrastination aktiv angehen | Mehr Output in der entscheidenden Anfangsphase |
Warum ich eine Dienstleistung statt eines physischen Produkts wählen würde
Bei den meisten Dienstleistungen sind die Kosten für die Leistungserbringung vergleichsweise gering, und du musst als Gründer meistens keine größeren Anfangsinvestitionen tätigen. Da die wenigsten Gründer zu Beginn über viel Kapital verfügen, würde ich deshalb eine Dienstleistung wählen - das Risiko ist überschaubarer, und du kannst schneller starten.
Wie ich die richtige Leistung auswählen würde
Ich würde mich für eine Leistung entscheiden, in der ich bereits gut bin, die mich aber auch persönlich begeistert - so sehr, dass ich bereit bin, mich kontinuierlich darin weiterzubilden.
Der Grund: Wenn dich dein Bereich auch in 20 Jahren noch interessiert, wirst du durch die schiere Übungszeit sehr gut darin - und dir werden langfristig nicht die Kunden ausgehen. Bist du zum Beispiel design-affin und hast einen Marketing-Hintergrund, könnte die Webdesign-Branche eine passende Kombination sein.
Meine Definition von einem guten Entrepreneur
Für mich bedeutet ein guter Entrepreneur zu sein, seinen Kunden maximalen Mehrwert zu einem bewusst niedrig angesetzten, festen Preis zu bieten. Das ist ausdrücklich meine persönliche Philosophie - der Markt funktioniert auch mit anderen Ansätzen, aber diese interessieren mich hier nicht. Bei uns sieht das konkret so aus: ein fester Preis von 1.250 €, dafür Erstellung mit professioneller Design-Software, Betreuung durch jemanden mit einschlägiger Expertise, ein effizientes System, das sich an den besten Websites der Welt orientiert, laufende Betreuung zu fairen Konditionen und die Möglichkeit, die Website 30 Tage kostenlos zu testen.

Meine persönliche Philosophie: maximaler Mehrwert zu einem bewusst niedrig angesetzten, festen Preis.
Meine Preisphilosophie - und wann höhere Preise trotzdem Sinn ergeben
Ich würde bewusst wenig für meine Leistung verlangen - so lange, wie mein Unternehmen dabei trotzdem wachsen kann. Andere argumentieren, dass sich Preise eher am Wert für den Kunden orientieren sollten: Bringt eine Website einem Unternehmen theoretisch 10.000 € an Mehrwert, könne man auch entsprechend viel dafür verlangen. Meine Gegenposition: Wenn eine vergleichbare Leistung auch für deutlich weniger zu bekommen ist, verliert dieses Argument aus Kundensicht schnell an Kraft, sobald der Kunde davon erfährt.
Es gibt aus meiner Sicht aber durchaus Situationen, in denen höhere Preise gerechtfertigt sind: eine sehr starke eigene Marke, ein einzigartiges Angebot mit besonderem Risiko für dich selbst (zum Beispiel eine Erfolgsgarantie), kaum vorhandene Konkurrenz, oder eine Abhängigkeit von seltenen, spezialisierten Fachkräften. Auch dann würde ich persönlich tendenziell eher moderat bleiben - aber das ist, wie gesagt, meine persönliche Einstellung und keine allgemeingültige Regel.
Wie ich mein Unternehmen skalierbar aufbauen würde
Damit sich eine Leistung skalieren lässt, sollte sie relativ einfach reproduzierbar sein - dann kannst du neue Mitarbeiter anlernen und trotzdem konstante Qualität liefern. Auch komplexere Dienstleistungen lassen sich in den meisten Fällen systematisieren, mit Ausnahmen etwa im medizinischen Bereich. Konkret würde ich dabei auf drei Dinge achten: nur eine Leistung anbieten, statt mehrere Themen gleichzeitig zu bedienen; nur eine Methode zur Leistungserbringung nutzen; und nur eine klar definierte Zielgruppe ansprechen. Das erlaubt dir, einen wiederholbaren Prozess von der ersten Kontaktaufnahme bis zur fertigen Leistung zu entwickeln - und deine Marketing-Kommunikation wird zielgerichteter, was in der Regel auch die Conversion-Rate verbessert. Für rein lokale Unternehmen gilt das übrigens weniger: Weil dort die Nachfrage geringer und die Konkurrenz kleiner ist, lohnt sich hier oft eine breitere Aufstellung.
Wie ich die ersten Kunden gewinnen würde
Am Anfang ist es schwer, Kunden zu gewinnen - die eigene Leistung ist noch nicht eingeübt, Marketing-Erfahrung fehlt, und niemand kennt dich. Viele Gründer lösen das, indem sie bekannte oder unbekannte Personen und Unternehmen anschreiben und anbieten, die ersten Aufträge kostenlos zu übernehmen, um Testimonials zu sammeln. Nach etwa fünf kostenlosen Kunden würde ich anfangen, kleine, faire Preise zu verlangen, und diese dann schrittweise erhöhen. Wie du dabei rechtlich sauber vorgehst, insbesondere beim Anschreiben potenzieller Kunden, beschreiben wir in Cold-Outreach für Gründer, und einen konkreten Zeitplan für die Anfangsphase findest du im 56-Stunden-Plan für Gründer.
Produktivitäts-Prinzipien für die Anfangsphase
Ich würde außerdem jede gearbeitete Minute aufschreiben. Das mag banal klingen, aber Ergebnisse zur Verhaltensforschung zeigen Folgendes: Wer eine Kennzahl regelmäßig misst - ob beim Abnehmen oder bei der eigenen Arbeitszeit -, verändert sein Verhalten häufig allein durch das Messen selbst. Ein ähnliches Prinzip lässt sich auch auf produktives Arbeiten übertragen.
Ein zweites Prinzip betrifft Prokrastination. Es gibt im Kern zwei Arten: Du machst gar nichts (zum Beispiel Fernsehen), oder du arbeitest zwar, aber an der falschen, weniger wichtigen Aufgabe - was fast genauso schädlich ist, weil die eigentlich entscheidenden Aufgaben liegen bleiben. Der Grund für Prokrastination ist meistens, dass unser Gehirn eine unangenehme Aufgabe im Vorfeld schlimmer einschätzt, als sie sich in der Ausführung tatsächlich anfühlt. Psychologische Forschung deutet zudem darauf hin, dass Perfektionismus diesen Effekt eher verstärkt als abschwächt, weil die eigenen Erwartungen an das Ergebnis höher sind.
Ein einfacher, gut belegter Trick dagegen: Nimm dir vor, nur 5 bis 10 Minuten an einer unangenehmen Aufgabe zu arbeiten. Oft reicht dieser kleine Einstieg, um in einen Arbeitsfluss zu kommen, in dem du von selbst weitermachst.

Gegen beide Formen von Prokrastination hilft oft derselbe einfache Trick: nur 5 bis 10 Minuten anfangen.
Fazit
Wenn ich heute als Gründer starten würde, dann würde ich folgendes machen: eine Dienstleistung wählen, die mich langfristig begeistert, meinen Kunden maximalen Mehrwert zu einem bewusst niedrigen, festen Preis bieten, mein Angebot durch Fokus auf eine Methode und eine Zielgruppe skalierbar machen und in der Anfangsphase konsequent an den wenigen Aufgaben arbeiten, die wirklich zählen - unterstützt durch simple, gut belegte Techniken wie Zeit-Tracking und die 5-Minuten-Regel gegen Prokrastination.
Häufig gestellte Fragen zum Start als Gründer
Sollte ich als Gründer immer eine Dienstleistung statt eines Produkts wählen?
Nicht zwingend, aber Dienstleistungen haben meistens geringere Anfangskosten und ein geringeres finanzielles Risiko, was sie für viele Gründer zu einem leichteren Einstieg macht.
Ist niedrige Preissetzung immer die richtige Strategie?
Das ist unsere persönliche Philosophie, aber keine universelle Regel. In bestimmten Situationen - etwa bei sehr geringer Konkurrenz oder einer starken Marke - können höhere Preise durchaus gerechtfertigt sein.
Warum sollte ich mich auf nur eine Zielgruppe fokussieren?
Ein enger Fokus erlaubt dir, wiederholbare Prozesse zu entwickeln und deine Kommunikation zielgerichteter zu gestalten, was in der Regel die Conversion-Rate verbessert.
Funktioniert die 5-Minuten-Regel wirklich gegen Prokrastination?
Für viele Menschen ja, weil die größte Hürde meistens der Einstieg ist. Sobald man einmal angefangen hat, fällt das Weiterarbeiten häufig leichter als erwartet.
Gilt der Fokus auf eine Methode und Zielgruppe auch für lokale Unternehmen?
Meistens weniger. Lokale Unternehmen profitieren aufgrund geringerer Konkurrenz und Nachfrage oft eher von einer breiteren Aufstellung.
Zum Weiterlesen:
Der 56-Stunden-Plan: Wie ein Gründer ohne Werbebudget in 6 Monaten planbar zu zahlenden Kunden kommt
Cold-Outreach für Gründer: 0-Euro-Marketing, das rechtlich sauber bleibt
Als Gründer etablierte Konkurrenten im Marketing schlagen
Warum die meisten Agenturen und Coaches nie wirklich skalieren













